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Essen, Hagen oder Duisburg: Jede Stadt besitzt eine eigene Karte und Dramaturgie.
Koloniale Geschichte ist nicht Vergangenheit. Sie steckt in Straßennamen und Denkmälern, in Warenströmen, Bildern und Institutionen – und in den Geschichten, die Städte über sich selbst erzählen.
Drei Städte entdecken ↓Der Kolonialismus erscheint im öffentlichen Gedächtnis häufig als Geschichte weit entfernter Schauplätze. Doch seine Infrastruktur reichte bis tief in deutsche Städte: in Kontore und Kaufhäuser, Vereine und Kirchen, Museen und Schulen. Kaffee, Tabak, Baumwolle, Federn und Bilder zirkulierten gemeinsam mit Macht, Gewalt und Vorstellungen davon, wer als „fremd“ gelten sollte.
xcolonialtracks folgt diesen Verbindungen vor Ort. Die Audiowalks verbinden historische Recherche mit lokalen Stimmen, Geräuschen und konkreten Wegen durch die Stadt. Die Reihe entsteht nur mit Akteur*innen, Partner*innen, Gruppen und Menschen vor Ort – und zugleich aus redaktioneller, historischer, medialer und kuratorischer Arbeit. So werden vorhandenes Wissen, lokale Erfahrungen und politische Auseinandersetzungen nicht bloß gesammelt, sondern in hörbare, begehbare und dauerhaft zugängliche Formen übersetzt.
Zugleich ist XCT ein offener Prozess: ein wachsender Verbund aus post- und antikolonialer Forschung, Aktivismus, Kunst, Kulturarbeit, NGOs, Initiativen und lokalen Organisationen. Weitere Städte und Regionen sind in Planung; Kooperationen, Ergänzungen und neue Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.
Essen, Hagen und Duisburg bilden den ersten sichtbaren Ausschnitt der Reihe. Die Pinpoints markieren konkrete Touren – und ein offenes Arbeitsfeld für weitere Städte, Initiativen und Kooperationen.
Jeder Walk entwickelt eine eigene Perspektive. Zusammen ergeben sie ein dichtes Bild davon, wie Kolonialismus Politik, Wirtschaft, Kultur und Alltag im westdeutschen Industriegebiet prägte.



Die Stadt ist nicht bloß Kulisse. Ihre Plätze, Gebäude und Namen sind Quellen – auch dort, wo die sichtbaren Spuren beinahe verschwunden sind.
Zwischen Essen, Hagen und Duisburg verlaufen keine einfachen Parallelen. Die Städte haben unterschiedliche Geschichten, Institutionen und Öffentlichkeiten. Gerade darin liegt die Stärke des Projekts: Es zeigt Kolonialismus nicht als ein einziges abgeschlossenes Kapitel, sondern als Geflecht lokaler Beziehungen.
Auch die Arbeitsweise hat sich weiterentwickelt. Essen setzt stärker auf autorisch-redaktionelle Kurzfeatures, gespeist aus Recherche und Gesprächen mit Praktiker*innen, Historiker*innen und Beteiligten vor Ort. Hagen und Duisburg öffnen die Tracks deutlicher als Stimmenräume: Menschen, die an den Orten arbeiten, forschen, erinnern oder vermitteln, treten selbst als Erzähler*innen auf.
Diese Perspektive trägt die Reihe weiter. XCT erzählt nicht über Orte hinweg, sondern arbeitet mit lokalen Akteur*innen und verbindet ihre Erfahrungen mit historischer, medialer und kuratorischer Expertise. So entstehen Audiowalks, Karten und Materialien, die Debatten aufnehmen, Wissen zugänglich machen und Kooperationen dauerhaft sichtbar halten.
Der Audiowalk verändert dabei die Haltung: Aus Lesen wird Gehen, aus Überblick wird Standort, aus vermeintlich Bekanntem eine Frage. Wer hört, muss Zeit geben – den Quellen, den Stimmen und den Widersprüchen.
Die digitalen Rundgänge sind frei zugänglich und funktionieren vor Ort ebenso wie vom Schreibtisch aus.
Essen, Hagen oder Duisburg: Jede Stadt besitzt eine eigene Karte und Dramaturgie.
Stationen führen zu sichtbaren Denkmälern ebenso wie zu fast verschwundenen Spuren.
Audiofeatures, O-Töne, historische Quellen und Geräusche verbinden Recherche und Gegenwart.
Texte, Karten, Quiz- und Bildungsangebote vertiefen die Auseinandersetzung.
xcolonialtracks entsteht aus lokaler Zusammenarbeit und aus Kulturarbeit, Recherche, Redaktion, Audioproduktion, Gestaltung, historischer Einordnung und Webentwicklung. EXILE Kulturkoordination e. V., Justus Herrmann / artradio und die Partner*innen vor Ort bilden dabei kein fertiges Schema, sondern eine Arbeitsform, die mit jeder Stadt weiterwächst.
EXILE entwickelt und verantwortet die Projekte gemeinsam mit lokalen Partner*innen, Bildungsakteur*innen und Erzähler*innen vor Ort.
Konzept, Projektentwicklung, Redaktion, Audioproduktion, Gestaltung, technische Entwicklung und Websystem: Justus Herrmann / artradio.
Für Projektfragen, neue Städte, Kooperationen, Gruppenanmeldungen oder Hinweise zu den Touren gibt es jetzt eine eigene Kontaktseite mit Formular.
Direkt per Mail: kontakt@colonialtracks.de
Konzept & Realisation: Justus Herrmann / artradio
Zum Kontaktformular